Die Planungstabelle
| Bereich | Empfohlene Netzwerkanschlüsse |
|---|---|
| Arbeitsplatz (Standard) | 2 Anschlüsse (Doppeldose) – Rechner und Reserve |
| Arbeitsplatz (zukunftssicher) | 3–4 Anschlüsse – Rechner, Telefon, Dockingstation, Reserve |
| Besprechungsraum | 2–4 Anschlüsse plus Anschluss für Display und Konferenztechnik |
| Drucker / Multifunktionsgerät | 1 je Gerät |
| WLAN-Access-Point | 1 je Access Point, meist an der Decke |
| IP-Kamera, Türsprechanlage, Zutritt | 1 je Gerät, Versorgung per PoE |
| Empfang, Küche, Sonderflächen | 1–2 als Reserve |
| Technikraum / Server | mehrere – je nach aktiven Komponenten |
Eine Doppeldose zählt als zwei Anschlüsse – jede Buchse braucht ihre eigene Leitung zum Patchfeld.
Warum lieber eine Dose mehr
Die mit Abstand häufigste Reue bei Bürovernetzungen lautet: „Hätten wir damals mehr Dosen gelegt.“ Eine zusätzliche Leitung beim Neuverlegen ist schnell mitgezogen, weil Kabelweg und Arbeitsschritte ohnehin anfallen. Wird sie später nachgerüstet, kommen erneut Anfahrt, Stemm- oder Kanalarbeiten und Störungen im laufenden Betrieb dazu. Reserve einplanen ist deshalb fast immer die wirtschaftlichere Entscheidung.
WLAN ersetzt keine Verkabelung
WLAN ist bequem, aber kein Ersatz für eine ordentliche Verkabelung – im Gegenteil: Auch jeder Access Point braucht ein Netzwerkkabel, über das er oft gleich per PoE mit Strom versorgt wird. Stabile, sichere und schnelle Verbindungen laufen über Kabel, WLAN ergänzt das für mobile Geräte. Als grobe Faustregel rechnet man einen Access Point je 80 bis 120 m².
Wo die Dosen hingehören
- Am Arbeitsplatz – im Brüstungskanal, in der Wand oder bei Tischinseln im Bodentank, nah an der Stromversorgung.
- An der Decke – für Access Points, möglichst zentral in den Räumen und Fluren.
- Im Besprechungsraum – am Display und in der Tischmitte für Konferenztechnik.
- An Sonderpunkten – Drucker, Kameras, Zutrittskontrolle, Türsprechanlage.
Cat 6A als heutiger Standard
Für neue Büroverkabelungen ist eine Strecke der Klasse EA mit Cat.6A-Anschlusstechnik die richtige Wahl: 10 Gbit/s über bis zu 100 m und genug Reserven für PoE-Geräte. Häufig verlegen wir dafür Cat.7-Kabel mit Cat.6A-Modulen. Zwischen Etagen oder Gebäuden kommt Glasfaser dazu – mehr dazu auf unserer Seite Glasfaser und Netzwerk.
Den Netzwerkschrank mitplanen
Jeder Anschluss endet auf einem Port im Patchfeld. Planen Sie Patchfelder und Switch deshalb mit spürbarer Reserve – als Richtwert rund 20 bis 30 % mehr Ports als heute belegt. Dazu gehören Platz für eine USV, eine Lüftung bei vielen aktiven Komponenten und bei mehreren Etagen ein Glasfaser-Anschluss zum nächsten Verteiler.
Praxis-Tipp: Planen Sie nach der erwarteten Belegung in einigen Jahren – nicht nach dem heutigen Minimum. Gerade bei flexiblen Arbeitsplätzen und Wachstum zahlt sich Reserve schnell aus.
So planen wir Ihre Bürovernetzung
- Flächen und Arbeitsplätze aufnehmen. Wie viele Plätze, welche Räume, welche Geräte?
- Anschlüsse festlegen. Pro Platz, plus Räume, Access Points und Technikraum – mit Reserve.
- Kabelwege und Schrank planen. Strukturierte Verkabelung sternförmig bis zum Netzwerkschrank.
- Verlegen, messen, dokumentieren. Saubere Installation, Beschriftung und Messprotokoll.
Häufige Fragen
Reicht nicht eine Netzwerkdose pro Arbeitsplatz?
Selten. Schon Rechner und Telefon oder eine Dockingstation belegen mehr als einen Anschluss. Zwei Anschlüsse pro Platz – also eine Doppeldose – sind das praktische Minimum, damit kein Engpass entsteht.
Zählt eine Doppeldose als ein oder zwei Anschlüsse?
Als zwei. Eine Doppeldose hat zwei Buchsen, und jede Buchse braucht ihre eigene Leitung bis zum Patchfeld im Netzwerkschrank. Das ist wichtig für die Planung von Kabelmengen und Patchfeld-Ports.
Cat 6 oder Cat 6A?
Für neue Verkabelungen ist Cat 6A der heutige Standard: Eine Strecke der Klasse EA schafft 10 Gbit/s über bis zu 100 m und versorgt Access Points und Kameras zuverlässig per PoE. Die Mehrkosten sind im Verhältnis zum Nutzen gering.
Wie viele WLAN-Access-Points brauche ich im Büro?
Als grobe Faustregel einen Access Point je 80 bis 120 m², je nach Wänden, Decken und Zahl der Nutzer. In Besprechungsräumen mit vielen Geräten eher mehr. Jeder Access Point bekommt eine eigene Netzwerkdose, meist an der Decke.
Wie viel Reserve sollte der Netzwerkschrank haben?
Planen Sie im Patchfeld und im Switch spürbar Reserve ein – als Richtwert rund 20 bis 30 % mehr Ports als heute belegt, dazu Platz für eine USV und spätere Glasfaser-Anbindung. So wächst das Netzwerk mit, ohne dass der Schrank getauscht werden muss.