Wer ist von der DGUV-V3-Pflicht betroffen?
Die DGUV Vorschrift 3 („Elektrische Anlagen und Betriebsmittel“, früher BGV A3) ist eine Unfallverhütungsvorschrift der Berufsgenossenschaften. Sie verpflichtet den Unternehmer dafür zu sorgen, dass elektrische Anlagen und Betriebsmittel in seinem Betrieb sicher sind und regelmäßig geprüft werden. Zusammen mit dem Arbeitsschutzgesetz und der Betriebssicherheitsverordnung gilt: Sobald Beschäftigte mit elektrischen Arbeitsmitteln arbeiten, besteht die Prüfpflicht. Typisch betroffen sind:
- Büros, Praxen und Kanzleien – PCs, Drucker, Netzteile, Kaffeemaschine
- Handel und Gastronomie – Kassen, Kühlgeräte, Küchengeräte
- Handwerk, Werkstätten und Baustellen – Werkzeuge, Leitungen, Baustromverteiler
- Vereine und Hausverwaltungen mit Beschäftigten, etwa für Hausmeister und Reinigung
- Öffentliche Einrichtungen – dort gilt die inhaltsgleiche DGUV Vorschrift 4
Nicht betroffen sind reine Privathaushalte. Auch Vermieter von Wohnungen fallen nicht unter die DGUV V3 – sie müssen aber für eine sichere Elektroanlage sorgen. Der passende Nachweis ist dort der freiwillige E-Check.
Wann geprüft werden muss
Die DGUV Vorschrift 3 kennt drei Anlässe für eine Prüfung:
- Vor der ersten Inbetriebnahme. Bei neuen Geräten gilt diese Prüfung als erfüllt, wenn der Hersteller bestätigt, dass sie den Bestimmungen entsprechen. Neue Installationen prüft der Errichter nach DIN VDE 0100-600.
- Nach Änderung oder Reparatur. Bevor ein instandgesetztes Gerät oder eine geänderte Anlage wieder genutzt wird.
- In regelmäßigen Abständen. Die Fristen müssen so bemessen sein, dass Mängel rechtzeitig erkannt werden.
Prüffristen im Überblick
Seit der Betriebssicherheitsverordnung legt der Arbeitgeber Art, Umfang und Fristen der Prüfungen in seiner Gefährdungsbeurteilung fest. Die Tabellen der DGUV Vorschrift 3 sind dafür die bewährten Richtwerte.
Ortsveränderliche Geräte (mit Stecker)
| Einsatzbereich | Richtwert | Höchstwert bei Fehlerquote unter 2 % |
|---|---|---|
| Baustellen | 3 Monate | 1 Jahr |
| Werkstätten, Fertigung und ähnliche Bedingungen | 6 Monate | 1 Jahr |
| Büros und ähnliche Bedingungen | 6 Monate | 2 Jahre |
Ortsfeste Anlagen und Fehlerstrom-Schutzschalter
| Anlage | Richtwert | Prüfung durch |
|---|---|---|
| Elektrische Anlagen und ortsfeste Betriebsmittel | 4 Jahre | Elektrofachkraft |
| Anlagen in Räumen und Betriebsstätten besonderer Art | 1 Jahr | Elektrofachkraft |
| FI-Schutzschalter in festen Anlagen (Prüftaste) | 6 Monate | Benutzer |
| FI-Schutzschalter in nichtstationären Anlagen, z. B. Baustelle (Prüftaste) | arbeitstäglich | Benutzer |
Die Richtwerte dürfen bei geringer Beanspruchung und niedriger Fehlerquote verlängert werden – und müssen bei rauem Einsatz verkürzt werden. Wir helfen Ihnen, die Fristen für Ihren Betrieb sinnvoll festzulegen.
Wer darf prüfen?
Die Prüfung ist Aufgabe einer Elektrofachkraft – also einer Person, die aufgrund ihrer Ausbildung, Erfahrung und Kenntnis der Normen die Ergebnisse beurteilen und Gefahren erkennen kann. Ortsveränderliche Geräte darf auch eine elektrotechnisch unterwiesene Person prüfen, wenn sie geeignete Mess- und Prüfgeräte verwendet und unter Leitung und Aufsicht einer Elektrofachkraft arbeitet. Ein Prüfgerät allein macht niemanden zur Elektrofachkraft.
Als Elektromeisterbetrieb übernehmen wir Prüfung, Bewertung und Dokumentation komplett – und dürfen gefundene Mängel direkt instand setzen.
Was geprüft wird
Jede Prüfung besteht aus Besichtigen, Messen und Erproben. Geräte mit Stecker werden nach DIN EN 50699 (VDE 0702) geprüft – unter anderem Schutzleiterwiderstand, Isolationswiderstand und Ableitstrom. Ortsfeste Anlagen prüfen wir nach DIN VDE 0105-100: Isolationswiderstand je Stromkreis, Schutzleiter, Abschaltbedingung und FI-Schutzschalter. Nach einer Reparatur gilt DIN EN 50678 (VDE 0701).
Das Ergebnis wird dokumentiert: Prüfprotokoll mit Messwerten, Prüfplakette am Gerät und ein Geräteverzeichnis. Diese Unterlagen sind Ihr Nachweis gegenüber Berufsgenossenschaft und Versicherung. Mehr zu den Leistungen: DGUV V3 Geräteprüfung in Köln und Prüfung ortsfester Anlagen & Maschinen.
Was ohne Prüfung droht
Nicht auf die leichte Schulter nehmen: Verstöße gegen die Unfallverhütungsvorschrift können als Ordnungswidrigkeit mit Bußgeld geahndet werden. Kommt es zu einem Stromunfall oder Brand, stellt sich schnell die Haftungsfrage. Versicherer können Leistungen kürzen, und bei grober Fahrlässigkeit kann die Berufsgenossenschaft Regress fordern.
Umgekehrt ist eine lückenlos dokumentierte Prüfung Ihre beste Absicherung: Sie zeigt, dass Sie Ihrer Pflicht als Arbeitgeber nachgekommen sind.
So läuft die Prüfung bei uns ab
- Bestand erfassen. Welche Geräte und Anlagen gibt es, wo und wie werden sie genutzt?
- Fristen festlegen. Passende Intervalle auf Grundlage Ihrer Gefährdungsbeurteilung.
- Prüfen und messen. Sicht-, Mess- und Funktionsprüfung durch die Elektrofachkraft – im laufenden Betrieb.
- Dokumentieren. Protokoll, Plakette und Geräteverzeichnis mit Hinweis auf die nächste Frist.
- Mängel beheben. Defekte Stecker, Leitungen oder Bauteile direkt instand setzen, damit alles wieder sicher ist.
Häufige Fragen zur DGUV-V3-Pflicht
Welche Prüffristen gelten für die DGUV V3?
Die DGUV Vorschrift 3 nennt Richtwerte: ortsveränderliche Geräte alle 6 Monate, auf Baustellen alle 3 Monate. Bei einer Fehlerquote unter 2 % ist eine Verlängerung möglich – höchstens auf 1 Jahr in Werkstätten und auf Baustellen und auf 2 Jahre in Büros. Ortsfeste Anlagen werden in der Regel alle 4 Jahre geprüft. Verbindlich sind die Fristen aus der Gefährdungsbeurteilung.
Brauche ich die DGUV V3 Prüfung auch als kleines Büro?
Ja. Sobald Beschäftigte elektrische Arbeitsmittel nutzen, gilt die Prüfpflicht – unabhängig von der Betriebsgröße. Schon PC, Drucker und Kaffeemaschine am Arbeitsplatz fallen darunter.
Gilt die DGUV V3 auch für Privathaushalte?
Nein. Für reine Privathaushalte ist sie nicht verpflichtend. Wer seine Elektrik zu Hause prüfen lassen möchte – etwa als Vermieter oder vor einem Hauskauf – ist mit dem freiwilligen E-Check gut beraten.
Müssen neue Geräte sofort geprüft werden?
Nicht gesondert, wenn der Hersteller bestätigt, dass das Gerät den Bestimmungen entspricht – das ist bei neuen, normgerecht gelieferten Geräten in der Regel der Fall. Spätestens zur nächsten Wiederholungsprüfung gehören sie ins Geräteverzeichnis. Nach einer Reparatur muss dagegen vor der erneuten Nutzung geprüft werden.
Darf ich die Prüfung selbst durchführen?
Nur wenn Sie Elektrofachkraft sind oder als elektrotechnisch unterwiesene Person unter Leitung und Aufsicht einer Elektrofachkraft arbeiten – und das nur bei ortsveränderlichen Geräten mit geeigneten Mess- und Prüfgeräten. Ortsfeste Anlagen prüft immer eine Elektrofachkraft.
Was passiert, wenn die Prüfung versäumt wird?
Verstöße gegen die Unfallverhütungsvorschrift können als Ordnungswidrigkeit mit Bußgeld geahndet werden. Kommt es zu einem Unfall oder Brand, drohen Haftungsfragen, Ärger mit dem Versicherer und bei grober Fahrlässigkeit Regressforderungen der Berufsgenossenschaft.