Die elektrische Checkliste
| Voraussetzung | Worum es geht |
|---|---|
| Eigene Stromkreise | Verdichter, Heizstab und Regelung bekommen eigene, passend abgesicherte Stromkreise – je nach Gerät einphasig oder mit 400-V-Drehstrom. |
| Passender FI-Schutzschalter | Typ nach Herstellerangabe – bei Geräten mit Umrichter oft Typ F oder ein allstromsensitiver Typ B. |
| Zählerschrank mit Reserve | Platz für die zusätzliche Absicherung und einen Anschlusspunkt für die Steuerung. Ältere Schränke müssen oft erneuert werden. |
| Steuerbarkeit nach § 14a EnWG | Pflicht für neue Wärmepumpen über 4,2 kW – im Gegenzug reduzierte Netzentgelte. |
| Ausreichender Hausanschluss | Hausanschluss und Vorsicherung müssen die zusätzliche Leistung tragen. |
| Anmeldung beim Netzbetreiber | Vor der Inbetriebnahme, durch einen eingetragenen Elektrofachbetrieb. |
| Ggf. eigener Zählerplatz | Für Netzentgelt-Modul 2 oder einen separaten Wärmepumpentarif. |
Stromkreise und FI-Schutz
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe hat meist mehrere elektrische Verbraucher: den Verdichter in der Außeneinheit, einen Heizstab als Zusatzheizung und die Regelung der Inneneinheit. Jeder bekommt einen eigenen, nach Herstellerangabe dimensionierten Stromkreis. Die Zuleitung zur Außeneinheit wird witterungsbeständig verlegt – bei Bedarf im Erdreich und mechanisch geschützt.
Wichtig ist der richtige FI-Schutzschalter: Geräte mit Umrichter können Fehlerströme erzeugen, die ein Standard-FI nicht sicher erkennt. Je nach Herstellerangabe ist ein RCD Typ F (einphasiger Umrichter) oder ein allstromsensitiver Typ B (dreiphasiger Umrichter) nötig. Dazu kommen Steuerleitungen für die § 14a-Steuerung und – wenn gewünscht – SG-Ready-Kontakte für die Nutzung von PV-Überschuss.
Warum der Zählerschrank so oft das Thema ist
In vielen Bestandshäusern ist der Zählerschrank Jahrzehnte alt und auf die Anforderungen von damals ausgelegt. Für eine Wärmepumpe braucht er Platz für die zusätzliche Absicherung und einen Anschlusspunkt für die Steuerung. Die Steuerbox selbst liefert der Messstellenbetreiber. Soll die Wärmepumpe einen eigenen Zähler bekommen, ist außerdem ein zweiter Zählerplatz nötig. Reicht der vorhandene Schrank nicht, modernisieren wir ihn so, dass er für alle geplanten Verbraucher ausgelegt ist.
Tipp: Planen Sie Wärmepumpe, Wallbox und PV möglichst gemeinsam. Wird der Zählerschrank ohnehin angefasst, lässt sich alles in einem Zug zukunftssicher vorbereiten – das spart später doppelten Aufwand.
§ 14a EnWG verständlich erklärt
Wärmepumpen mit mehr als 4,2 kW Anschlussleistung, die seit dem 1. Januar 2024 in Betrieb gehen, sind steuerbare Verbrauchseinrichtungen. Droht eine Überlastung des Stromnetzes, darf der Netzbetreiber ihren Strombezug vorübergehend begrenzen. Ihnen steht dabei eine Mindestleistung von 4,2 kW zu – bei Wärmepumpen über 11 kW entsprechend mehr. Heizen bleibt also möglich; die fehlende Leistung darf in dieser Zeit aber nicht über den Heizstab ausgeglichen werden.
Im Gegenzug sinken Ihre Netzentgelte. Sie haben die Wahl zwischen einer pauschalen Reduzierung (Modul 1, ohne zusätzlichen Zähler) und einer Reduzierung des Arbeitspreises um 60 % (Modul 2, mit eigenem Zählpunkt). Seit April 2025 gibt es zusätzlich zeitvariable Netzentgelte (Modul 3), die nur in Kombination mit Modul 1 und einem intelligenten Messsystem möglich sind. Welches Modul sich lohnt, hängt von Ihrem Verbrauch ab.
Hausanschluss und Anmeldung beim Netzbetreiber
Bevor die Wärmepumpe ans Netz geht, prüfen wir, ob Hausanschluss und Vorsicherung die zusätzliche Leistung tragen – gerade wenn auch Wallbox oder Durchlauferhitzer vorhanden sind. Reicht der Anschluss nicht, klären wir eine Verstärkung mit dem Netzbetreiber.
Wärmepumpen müssen vor der Inbetriebnahme beim Netzbetreiber angemeldet werden. Das übernimmt ein im Installateurverzeichnis eingetragener Fachbetrieb. In Köln ist meist die RheinNetz GmbH zuständig, die seit September 2026 nach den neuen technischen Anschlussbedingungen (TAB 2026) arbeitet. Den Anschluss einer steuerbaren Wärmepumpe darf der Netzbetreiber nicht wegen fehlender Netzkapazität ablehnen oder verzögern. Mehr zum Ablauf: Zählerantrag in Köln.
Wer macht was: Heizungsbauer und Elektriker
Hier herrscht oft Verwirrung: Die Wärmepumpe selbst – Auslegung, Gerät, Hydraulik und Heizungsseite – plant und installiert der Heizungsbauer. Die Elektrik drumherum – Stromkreise, Zählerschrank, Zuleitung, Steuerung und Anmeldung beim Netzbetreiber – übernimmt der Elektrofachbetrieb. Beide Gewerke stimmen sich ab, damit am Ende alles zusammenpasst. Genau diesen elektrischen Teil übernehmen wir: Wärmepumpe Elektrik in Köln.
Übrigens: Bei der Heizungsförderung der KfW zählen die Elektroarbeiten, die unmittelbar für Anschluss und Betrieb der Wärmepumpe nötig sind, zu den förderfähigen Kosten – sie müssen dafür auf der Rechnung der Wärmepumpe zugeordnet sein.
So gehen wir vor
- Bestand prüfen. Zählerschrank, Hausanschluss, Verteilung und Leitungsweg zur Außeneinheit.
- Konzept abstimmen. Mit dem Heizungsbauer klären wir Leistung, Anschlussart, FI-Typ und Steuerkontakte.
- Anmelden. Anmeldung beim Netzbetreiber vor der Inbetriebnahme.
- Vorbereiten & installieren. Zählerschrank anpassen, Stromkreise und Zuleitung verlegen, Steuerung vorbereiten.
- Prüfen & übergeben. Messung nach DIN VDE 0100-600, Prüfprotokoll und Fertigmeldung beim Netzbetreiber.
Häufige Fragen zur Wärmepumpen-Elektrik
Welche elektrischen Voraussetzungen braucht eine Wärmepumpe?
Eigene, passend abgesicherte Stromkreise – meist mit 400-Volt-Drehstrom für den Verdichter –, einen Zählerschrank mit Anschlusspunkt für die Steuerung nach § 14a EnWG, einen ausreichenden Hausanschluss und die Anmeldung beim Netzbetreiber vor der Inbetriebnahme. Je nach Netzentgelt-Modul oder Tarif kommt ein eigener Zählerplatz hinzu.
Heizungsbauer oder Elektriker – wer macht die Elektrik?
Die Wärmepumpe selbst plant und installiert der Heizungsbauer. Stromkreise, Zählerschrank, Zuleitung, Steuerung und die Anmeldung beim Netzbetreiber übernimmt der Elektrofachbetrieb. Beide Gewerke stimmen sich ab.
Muss die Wärmepumpe beim Netzbetreiber angemeldet werden?
Ja, vor der Inbetriebnahme. Das übernimmt ein eingetragener Elektrofachbetrieb. Steuerbare Wärmepumpen nach § 14a EnWG darf der Netzbetreiber nicht wegen fehlender Netzkapazität ablehnen oder verzögern.
Braucht jede Wärmepumpe Starkstrom?
Viele Wärmepumpen werden mit 400-Volt-Drehstrom angeschlossen, kleinere Geräte teilweise einphasig. Welcher Anschluss nötig ist, steht in den Herstellerunterlagen – das klären wir mit dem Heizungsbauer.
Darf der Netzbetreiber meine Wärmepumpe abschalten?
Nein, er darf sie bei drohender Netzüberlastung nur dimmen. Ihnen steht eine Mindestleistung von 4,2 kW zu, bei Wärmepumpen über 11 kW entsprechend mehr. Während der Dimmung darf die fehlende Leistung nicht über den Heizstab ausgeglichen werden.
Brauche ich einen zweiten Zähler?
Nur für das Netzentgelt-Modul 2 oder einen separaten Wärmepumpentarif. Für das pauschale Modul 1 reicht der vorhandene Zähler.